Die DayZ Standalone ist nun schon seit geraumer Zeit für rund 24 Euro via Steam als Alpha zu erhalten. Bekannt ist der Titel aus dem realistischen Militärshooter Arma 2, denn dafür wurde eine Mod entwickelt, welche aus dem Game eine Welt mit Angst, Überlebenskampf und Tod machte. In DayZ, was übersetzt Tag Null bedeutet, kämpft man um sein nacktes Überleben vor Zombies, die die Städte unsicher machen und vor anderen Überlebenden, die dich töten um dir überlebenwichtige Dinge abzunehmen um selbst eine Chance in dieser Welt zu haben. Hier heißt es kurz und knapp: “Alles oder Nichts!”.

Tag Null der Zombieapokalypse und wir stehen da, mitten in der noch friedlich aussehenden Natur mit unseren Klamotten, einer Taschenlampe und einer Batterie. Nichts, wir haben fast nichts bei uns und sind auf uns allein gestellt. Man könnte denken, man hätte uns mit Absicht hier ohne irgendetwas abgesetzt. Auf dem Weg in ein naheliegendes Dorf entdecken wir Menschen, welche sich unnatürlich verhalten, einen verfolgen und schließlich töten wollen. Dies sind Zombies und vor denen müssen wir uns hüten. Entweder einen sicheren Abstand bewahren, oder mit der Axt voll drauf hauen.

Doch nicht nur die Untoten in der Standalone Alpha von DayZ können uns Schwierigkeiten bereiten, sondern auch die anderen Spieler, die uns für das eigene Überleben gerne mal über den Haufen schießen. Dean “Rocket” Hall, der Erfinder der Mod für Arma 2 versprach ein eigenständiges Spiel von DayZ und nun haben wir es. Nach einem etwas holprigen Weg zur Veröffentlichung, haben wir dennoch (nur) eine Alpha-Version des Spiels, welche noch einige Fehler und Bugs mit sich bringt. Nun hat sich schon einiges geändert und doch nicht so viel wie erwartet, was das ist seht ihr im Folgenden.

Die Zombies

Legen wir mal los und schauen was dort vorne so herumläuft. Was wäre DayZ ohne Zombies? Richtig nichts. Von der Mod bis zur Standalone wollte man grundlegend etwas an den untoten Unruhestiftern ändern und das merkt man auch deutlich, mehr oder weniger. In der Mod hatte man noch die Möglichkeit bei dem ein oder anderen sehr intelligentem Exemplar zu zuschauen, wie sie sich im Zick Zack auf einen zu bewegten, oder einfach mal ins Leere prügelten. Was hat man den Spielern versprochen? Realistisch wirkende und intelligente Zombies, welche durchaus  zu einer wahren Gefahr für einen Überlebenden werden könnten. Zudem arbeiteten die Entwickler grundlegend neu an den Animationen und den Wegfindungsrouten der übel riechenden Kreaturen. Doch wie zeigt sich das nun im Spiel? Ganz einfach: neue Animationen, wie das authentisch wirkende Verfolgungsystem ist zu erkennen oder auch Sprungattacken kommen hier und da ganz schön unerwartet daher. Doch im Großen und Ganzen haben wir immernoch einen Haufen unorganisierter Zombies, welche sich über das Ziel nicht im Klaren sind, durch ganze Häuser, Ställe und Zäune laufen und somit echt lästig werden können. Die Zombies sind unberechenbar geworden. Mal verfolgen sie den Spieler über mehrere Städte und riesige Entfernungen hinweg, mal kann man sich sogar neben sie stellen und sie gucken einen nicht mal mit einem Auge an. Und dann kommt noch das plötzliche Auftauchen und Verschwinden ins Spiel. Plötzlich steht eines dieser netten Exemplare vor dir und verschwindet im nächsten Moment wieder im Erdboden. Echt wirken tun die Untoten also noch nicht und da ist auf jeden Fall Überarbeitungsbedarf vorhanden. Auch an der Anzahl der Untoten könnte man schrauben, denn ein Dorf mit rund fünf bis sieben Zombies stellt keine große Herausforderung für einen Spieler dar.

Der Loot

Weiter geht es in die nächste Stadt, erkunden und suchen ist das Motto, denn wir brauchen schließlich Nahrung und Waffen um zu überleben. Und das ist der nächste wichtige Bestandteil von DayZ, der Loot. Als Loot werden alle Dinge bezeichnet, welche sich in der Spielwelt finden lassen und mehr oder weniger nützlich im Kampf gegen die Zombies und andere Überlebende sein können und natürlich um generell zu überleben. Hier wurde natürlich seitens des Entwicklerteams auch fleißig dran gearbeitet und so macht es auch erst einmal den Eindruck. Ein Server welcher noch nicht allzu alt ist, sprich vor kurzem neugestartet wurde, hat für eine ganze Meute von Spielern genügend Loot auf Lager und man findet auf seinem Weg immer etwas Nützliches. Wer allerdings auf einen Server joint, welcher schon eine lange Lebensdauer hat, kann damit rechnen, das entweder nicht mehr viel zu finden ist, oder nur noch das schlechte Zeug, was der Rest nicht will oder braucht. Also kann es im Spiel durchaus vorkommen, das man den ganzen Rucksack mit Dosen über Dosen voll hat, aber keinen Dosenöffner findet, welche wirklich selten sind und so nichts essen kann, da sich die Dinger nicht von selber öffnen lassen. Doch was gibt es alles für Zeug in einer verlassen Welt? Naja hier jedenfalls nicht viel. Denn zum Trinken eine Soda oder Wasser, zum Essen ein paar Dosen mit Bohnen oder doch mal Tunfisch, paar Klamotten und wenig Waffen. Abwechslung pur… doch nicht so wirklich. Das ist ein Schwachpunkt am Loot, es gibt nicht sonderlich viel zu entdecken und das kann den Spielspaß mit der Zeit auch trüben. Mehr Abwechslung in das Spiel zu bringen würde sich durchaus lohnen, denn neue Dinge machen meistens Spaß. So könnte man zum Beispiel durch intensives Suchen mit einem seltenen Item belohnt werden und alle anderen müssten sich mit den einfachen Dingen abgeben. Dennoch hat der Spieler immerhin in Punkto Klamotten eine größere Auswahl an Hosen, Jacken, Schuhen und noch mehr, wobei man hier dennoch besser auf Militärkleidung zurückgreifen sollte, denn die sind in der Umgebung gut für die Tarnung. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Rudimentäre Crafting, so wurde es angekündigt und dies gibt dem Spieler nun die Möglichkeit Items zu kombinieren. So lässt sich zum Beispiel ein M4 Sturmgewehr individuell anpassen, beispielsweise mit einem Visier oder einem Zweibein oder vielleicht sogar einer Taschenlampe um Nachts etwas zu sehen. Ob sich demnächst vielleicht auch Essen kombinieren lässt ist weiter fraglich.  Abnutzung ist hier auch noch ein Schlüsselwort, denn die gefundenen Gegenstände weisen immer anhand einer farbigen Beschreibung auf ihren derzeitigen Zustand hin. Findet man zum Beispiel eine Axt welche mit “Pristine” (makellos) grün markiert ist, so hat man wortwörtlich eine nigelnagelneue Axt, welche sich mit der Zeit und mit Kämpfen gegen Zombies oder anderen Spieler abnutzt und man sich eventuell eine neue besorgen muss. So findet man auch mal ein Visier für eine Waffe, welches völlig zerkratzt und somit unbrauchbar ist.

Die Spielwelt

Laufen wir weiter hier über das Feld, dort durch den Wald und danach ab in die Stadt. Doch wo spielt denn das Ganze nun? Chernarus nennt sich die Spielwelt und befindet sich anscheinend auf einer großen sowjetischen Insel. Im Osten und Süden grenzt ein Meer an, im Norden und Westen hingegen ist irgendwann im Inland schluss und es geht nicht mehr weiter. Die Welt ist herbstlich gestaltet mit einigen bunten Laubbäumen und vielen Nadelbäumen, relativ bergig mit einigen freien Wiesen- und Ackerflächen. Dabei gibt es viele Dörfer beziehungsweise Städte zu entdecken, die je nach Größe viele oder wenige Zombies beherbergen. Dabei gibt es auch einige Militärstationen, wo sich vor allem gute Schusswaffen inklusive Zubehör finden lassen. Insgesamt wurde doch gut an der Map gewerkelt. Momentan wurde die Grafik so angepasst, das alles etwas dunkler und dreckiger wirkt, eben postapokalyptisch. Alle Dörfer und Städte wurden überarbeitet, die Häuser stehen nicht mehr einfach wie 100 Meter Feldweg daneben, sondern bilden eine reale wirkende Einheit und stehen so folglich näher beisammen. So wurden auch Häuser hinzugefügt, um die Ortschafften zu vergrößern oder um den größeren Städten auch das gewisse Flair zu geben, das man sich in einer Stadt und nicht in einem Dorf befindet. Neue Schauplätze wurden zudem hinzugefügt. Dazu gehört ein großes Schiffswrack an der Küste und ebenfalls in Küstennähe ein Sumpfgebiet. Vor einiger Zeit war sogar eine große Gefängnisinsel im Gespräch, was auch positiven Anklang seitens der Community hervorbrachte, umgesetzt wurde diese Idee bisher allerdings noch nicht.

Gesundheit und Medizin

Wir genießen den schönen Ausblick auf einem Hügel und plötzlich wird es etwas schummrig im Blick. Gesundheit und Medizin wurde in der DayZ Standalone überarbeitet und realistisch umgestaltet, so halten die Entwickler das Versprechen ein. Viele Spieler wissen vermutlich von dem System noch nicht so wirklich etwas, aber es ist vorhanden. Denn nun gibt es eine weitere Gefahr, nämlich das Anstecken von Krankheiten. Spieler können beispielsweise durch Zombies oder was auch immer mit Krankheitserregern angesteckt werden und diese unwissentlich verbreiten. Hier besteht zum Beispiel die Möglichkeit bei Kontakt mit einer Wasserquelle diese zu “verseuchen” und andere Spieler die diese nutzen tragen dann den Schaden davon. Dies zeigt den Realismus den man hier im Spiel erzeugen will. Hilfe gegen die Krankheitserreger kann man sich durch Desinfektionsspray verschaffen, was man in der Welt in einem guten Haushalt finden kann. Auch an Medizinischen Dingen fehlt es nicht. Vor allem in militärischen Einrichtungen findet man oft ein Medikit, wo sich immer einige Sachen zur Selbstheilung wiederfinden. Auch mit T-Shirts kann man sich helfen, denn diese Lassen sich zu Binden verarbeiten, beziehungsweise zerreißen.

Das Inventarsystem

Auf dem Weg durch ein Haus haben wir einen Rucksack gefunden, endlich genügend Platzt um Loot zu verstauen. Und damit wären wir auch schon beim neuen Inventarsystem. Dieses war in der Mod ja nicht allzu praktisch gestaltet, eben an Arma 2 gebunden. Das Inventarsystem wird nun in drei große Spalten eingeteilt. Zum einen haben wir auf der linken Seite die Umgebung, wo wir Dinge die wir finden aufnehmen können, in der Mitte unseren Charakter, wo auch angezeigt wird ob dieser Hunger oder Durst hat, sowie die Belegung der Hand und auf der rechten Seite haben wir unsere Slots von Jacken, Hosen und Rucksäcken, sowie Gürtelplätze und andere Dinge die wir bei uns tragen, wie zum Beispiel ein Sturmgewehr.

Das Fazit

Während wir über das allzu beliebte Airfield bei Balota versuchen uns mit neuen Waffen auszurüsten treffen wir auf den ein oder anderen Mitspieler. Diese sind ja meistens, wie man das schon gewöhnt ist, nicht gerade freundlich gesinnt und schießen einen entweder bei Erstkontakt nieder, oder ziehen uns aus dem Hinterhalt heraus von hinten eins mit der Axt über den Kopf. Fakt ist, wir treffen auf Spieler, diese bringen uns um und nehmen uns alles ab, oder wir treffen auf Spieler, diese nehmen uns gefangen und nehmen uns ebenfalls alles ab. Sprich so oder so geht solch eine Begegnung meist nicht gut aus, außer man schießt selber zuerst um sich Loot zu beschaffen, oder man hat sichtlich absolut gar nichts dabei und selbst da gibt es Spieler, die einen vermutlich nur zum Spaß umbringen. Selten trifft man auf freundlich gesellte Spieler, mit denen man sich kurz über Push-To-Talk unterhält und dann einfach weiter geht.
Und am Ende unserer Spiel-Session gibt es natürlich auch ein Fazit vom Ganzen. Die DayZ Standalone hat schon mehr oder weniger einen ersichtlichen Schritt nach vorne gemacht, im Vergleich zur Arma 2 Mod. Neue Features wurden implementiert, vieles wurde überarbeitet oder sogar grundlegend neugestaltet. Die grafische Gestaltung des Spiels ist dabei am besten gelungen und macht einen guten postapokalyptischen Eindruck, doch um das in vollen Zügen genießen zu können, muss wohl noch ein wenig Zeit verstreichen, denn da macht die Performance nicht ganz so mit wie sie sollte. Das Loot System hat sich inzwischen auch mit dem neuen Inventarsystem weiterentwickelt und macht schonmal einen soliden Eindruck, dennoch gibt es auch hier noch Schwachpunkte, wie Items die absolut keinen Sinn haben, jedenfalls noch nicht, bis hin zur wenigen Abwechslung beim Loot vor allem im Bereich Nahrung und Waffenauswahl. Auch hat die Alpha Version zu Beginn aus dem Spiel eher keinen Survival Eindruck hinterlassen, sondern eher ein Suchen und Finden und gelegentliches Abschießen zwischen Spielern. Hier hat vor allem der Faktor Zombies in einer Zombieapokalypse gefehlt, wobei diese auch wieder einen Minuspunkt an sich darstellen. Immernoch recht doof und unkoordiniert verhalten sich diese im Spiel, erscheinen plötzlich oder glitchen einfach durch Häuser und die gesamte Spielwelt. Dennoch ist die DayZ Standalone auf dem derzeitigen Stand durchaus spielbar, denn die Entwickler von Bohemia Interactive haben schon drei Patches herausgebracht um vor allem die gröbsten Schnitzer aus dem Spiel zu entfernen und so den Spielspaß zu erhalten. Vor allem den Fans von DayZ und Spielern, welche an Games rund ums Überleben und Zombies interessiert sind, wird der Kauf von DayZ zu einem angemessenen Preis empfohlen und auch Gelegenheitsspielern. Denn derzeit ist DayZ eher ein Gelegenheitsspiel für zwischendurch, oder um den Abend zu verbringen aber nicht für mehrere Wochen andauernden Spielspaß geeignet. Dafür fehlt dem Spiel noch das gewissen Etwas, mehr Abwechslung, mehr Anspruch und weniger Fehler sowie Bugs.

http://www.youtube.com/watch?v=pTezCMqMylE